Nobilia zieht Bilanz für 2016

15. Februar 2017

Die Umsatzzahlen des Jahres 2016 bestätigen Nobilia als Marktführer der Küchenmöbelindustrie in Deutschland und Europa. Mit einer Umsatzsteigerung um 70,4 Mio. Euro auf 1,089 Mrd. Euro (1,018 Mrd. Euro in 2015) stieg der Umsatz im Jahr 2016 um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Inland übertraf das Wachstum von Nobilia das Vorjahr 2,3 Prozent, im Ausland um 13,3 Prozent, der Exportanteil lag 2016 bei 44,5 Prozent. Damit ist es Nobilia wieder gelungen, sich besser als der Durchschnitt der Küchenmöbelindustrie zu entwickeln. Erwirtschaftet wurde dieses Ergebnis von 3020 Mitarbeitern.

Dominanz in der Mitte des Marktes

Mit dem Inlandsumsatz von 604,5 Mio. Euro (+13,4 Mio Euro) über dem Vorjahreswert von 591,1 Millionen Euro und damit einer Wachstumsrate von 2,3 Prozent trug das Inlandsgeschäft zu etwa einem Fünftel zum absoluten Umsatzwachstum von 70,4 Mio. Euro bei. Die Marktanteile am Inlandsmarkt sind den Untersuchungen der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) zufolge im Vergleich zum Vorjahr(Menge: 29,1 %, Wert: 29,5 %) moderat angestiegen und befinden sich damit ‒ sowohl bei der Menge (29,2%) als auch beim Wert (29,6 %) ‒ in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 30 Prozent.

Nobilia erreicht bei den Einrichtungshäusern einen Marktanteil von 37,9 Prozent. Der Marktanteil von Nobilia im Vertriebsweg Mitnahme/SB liegt mit 18,9 Prozent deutlich niedriger als im Vertriebskanal der Einrichtungshäuse, da gerade die unteren Preissegmente im Mitnahme/SB zunehmend von „zerlegter Ware“ dominiert werden, die Nobilia nicht anbietet. Dennoch wurde hier eine leichte Steigerung des Marktanteils erreichen. Auch bei den Küchenspezialisten konnte Nobilia seinen Marktanteil ‒ parallel zur Entwicklung des Gesamtmarktes ‒ moderat von 25,2 Prozent auf 26,0 Prozent weiter ausbauen. Jede vierte von einem Küchenspezialisten verkaufte Küche in Deutschland kommt damit aus Verl.

Trading-up vorangetrieben

Nach Untersuchung der GfK werden 62,5 Prozent aller Küchen in einer Preisspanne zwischen 3.000 und 14.000 Euro verkauft. Im Bereich von 3.000 bis 4.000 Euro liegt der Marktanteil von Nobilia bei 31,5 Prozent. In der Mitte des Marktes zwischen 4.000 bis 10.000 Euro, wo über 40 Prozent der deutschen Küchen verkauft werden, liegt der Marktanteil von Nobilia zwischen 38,4 Prozent und 50,6 Prozent. In der Preisklasse von 5.000 bis 6.000 Euro kommt sogar mehr als jede zweite Küche von nobilia aus Verl. Damit ist nobilia in diesen Preisgruppen marktführend.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die kontinuierlich positive Entwicklung von Nobilia in die oberen Preisgruppen des Marktes unübersehbar. In sämtlichen Preisgruppen des Marktes ab 5.000 Euro ‒ und damit in dem Bereich des Marktes, in dem über 52 Prozent der in Deutschland verkauften Küchen vertrieben werden ‒ wurden Marktanteile hinzugewonnen. Die Tendenz zu den höherwertigen Marktsegmenten zeigt sich auch im Segment oberhalb von 14.000 Euro, wo mittlerweile ein Marktanteil von über 11 Prozent erreicht wurde, entsprechend dem langfristigen Trend zu einem Trading-up im Gesamtmarkt.

Der Endkunden-Durchschnittspreis stieg von 5.303 Euro im Jahr 2006 auf 6.714 Euro im Jahr 2016. Bei Nobilia hat er sich in dieser Zeitspanne von 4.816 Euro auf 6.806 Euro entwickelt und liegt seit dem Jahr 2011 sogar über dem Marktniveau. Dass Nobilia bei einem Marktanteil von knapp 30 Prozent die steigende Marktpreisentwicklung letztlich entscheidend mit beeinflusste, registrierte Dr. Lars Bopf mit Genugtuung. 

Exportquote gestiegen

Das Exportgeschäft trug 2016 mit einem Exportumsatz von 484,3 Mio. Euro (+57,0 Mio. Euro/13,3 %) erneut maßgeblich zum Wachstum bei. Die Exportquote beträgt jetzt 44,5 Prozent (2015: 42,0 %) und liegt über dem Branchenschnitt von 38,5 Prozent. Es dominiert weiterhin das Frankreichgeschäft mit einem Anteil von 41 Prozent, gefolgt von Belgien mit 13 Prozent und Österreich mit 10 Prozent. Wachstumstreiber waren zunehmend auch weiter entfernte Märkte wie Saudi-Arabien oder China. Zudem konnten viele kleinere Exportmärkte im Jahr 2016 weiter ausgebaut werden, die in der Summe ebenfalls nicht unerheblich zum Wachstum des Exportumsatzes beigetrugen.

Nobilia-Gruppe legt zu

In den letzten Jahren wurde der Vertrieb von Küchen im Ausland durch verschiedene Formen des Einzelhandels ergänzt, mit dem Ziel ausschließlich hier zusätzliche Absatzkanäle für die Produktionskapazitäten an den beiden Produktionsstandorten in Verl aufzubauen bzw. zu sichern. Demzufolge betreibt Nobilia in Schweden und England Küchenstudios in eigener Verantwortung unter den Namen Noblessa Sverige bzw. Kütchenhaus, hält eine Minderheitsbeteiligung an einer Handelskette in Belgien, die am Markt mit Studios der Vertriebslinie èggo operiert und ist außerdem Mehrheitsgesellschafter der Franchise- Organisation FBD (Franchise Business Division), die derzeit mit etwa 400 Studios der Vertriebsschienen Ixina, Cuisine Plus, Cuisines Références und Vanden Borre Kitchen aktiv ist. FBD ist mit seinen Studios in Frankreich und Belgien sowie zunehmend auch auf weltweiten Märkten vertreten. Für die Ermittlung des Gruppenumsatzes wurden zum einen die Innenumsätze eliminiert (konsolidiert) und zum anderen die Beteiligungsverhältnisse berücksichtigt (quotisiert). Ferner wurde berücksichtigt, dass bei der Franchise-Organisation nur die Franchisegebühren und nicht die Verkaufserlöse in die Ermittlung eingehen. Dementsprechend stieg der Außenumsatz der Unternehmensgruppe Nobilia 2016 auf 1,228 Mrd. Euro (+ 78 Mio. Euro/6,8 %).

Investitionen

Das tägliche Fertigungsvolumen belief sich zum Jahresende auf etwa 29.700 Schränke, von denen inzwischen 13.500 Schränke im Werk in Verl-Kaunitz produziert werden. Das Werk in Verl-Sürenheide ist mit einem täglichen Produktionsvolumen von etwa 16.200 Schränken bereits seit einigen Jahren an der Grenze seiner Produktionskapazität angelangt. Dementsprechend konnte das Mengenwachstum in 2016 wieder nur noch im Werk Kaunitz realisiert werden. Im Jahr 2016 wurden über 51 Millionen Euro in die beiden Werke in Sürenheide und Kaunitz investiert. Im Werk Sürenheide sind überwiegend veraltete Anlagen ersetzt und Fertigungsabläufe verbessert worden. Im Werk Kaunitz wurde konsequent weiter in den Ausbau unserer Produktionskapazitäten investiert, die Teile- und die Arbeitsplattenfertigung weiter ausgebaut und ebenfalls die vorhandenen Fertigungsabläufe wegen einer stetig zunehmenden Komplexität des Produktes optimiert. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt im Werk Kaunitz ist ein hochautomatisiertes Logistikzentrum für Zubehör, dessen Inbetriebnahme noch für das erste Halbjahr 2017 geplant ist. Die übrigen Investitionen betreffen den Bereich EDV/IT sowie den Fuhrpark mit 20 neuen Zugmaschinen und 72 neue Aufliegern. Ende 2016 hat jeder Mitarbeiter neben dem tariflichen Weihnachtsgeld eine Sonderzahlung in Höhe von 1.550 Euro brutto erhalten. Der Aufwand für das Unternehmen belief sich auf insgesamt über 4,5 Millionen Euro. 

Planungen 2017

Ziel für das Jahr 2017 ist, diesen Weg des kontinuierlichen Wachstums fortzusetzen. Generell geht Nobilia vorsichtig optimistisch in das Jahr 2017. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von etwa 1,3 Prozent bis 1,7 Prozent. Das weiterhin hohe Niveau der Anschaffungsneigung, die geringen Kapitalmarktrenditen und die gute Beschäftigungssituation werden sich vermutlich positiv auf das Inlandsgeschäft auswirken. Unterstützt wird diese Entwicklung durch einen nachhaltig hohen Bedarf nach „bezahlbarem“ Wohnraum, der die Baukonjunktur erneut stärken wird. Von dieser Entwicklung wird die deutsche Küchenmöbelindustrie auch in 2017 weiterhin profitieren. Zu beachten sei jedoch, dass das mittel- bis langfristige Wachstumspotenzial am Inlandsmarkt für Nobilia wegen des bereits erreichten Marktanteils nicht grenzenlos ist. Dabei ist die Prognose für einzelne europäische Märkte durchaus positiv, auch wenn aufgrund internationaler politischer Entwicklungen eine Unruhe in einzelnen Exportmärkten zu erkennen ist und die daraus resultierenden Folgen auf die Marktentwicklungen in Gänze noch nicht abzusehen sind. Die Konjunkturprognosen sagen auch für die Weltwirtschaft ein weiteres Wachstum voraus, welches primär vom privaten Konsum getragen werden soll. In einem so differenzierten wirtschaftlichen Umfeld ist die Unabhängigkeit von einzelnen Ländern und Märkten von entscheidender Wichtigkeit. Mit dem breit aufgestellten Exportgeschäft sieht Nobilia sich daher auch vor diesem Hintergrund für ein weiteres Wachstum im Export gut gerüstet. www.nobilia.de