Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland plant Aufgabe der Vertriebs- und Servicezentren

Bündelung der Kräfte in Gütersloh beabsichtigt - alle Beschäftigten erhalten Jobgarantie zu gleichem Entgelt
29. September 2014

Um künftig noch schneller und flexibler auf die Anforderungen des Marktes und der Kunden reagieren zu können, beabsichtigt der Hausgerätehersteller Miele, seinen Vertrieb und Service in Deutschland von Gütersloh aus komplett zentral zu steuern. Die Vertriebs- und Servicezentren (VSZ) Bochum, Frankfurt, Hamburg, Karlsruhe und München sowie das Dienstleistungszentrum Berlin sollen nicht weiter betrieben werden. Der vorläufige Zeitplan, der wie die übrigen Details des beschriebenen Vorhabens zeitnah mit den Betriebsräten zu erörtern sei, sehe schrittweise Schließungen jedoch nicht vor dem vierten Quartal 2015 vor. Für das VSZ München werde von vornherein mit einer mehrjährigen Übergangszeit geplant. Die Miele Gallery in Berlin werde von diesen Überlegungen nicht berührt. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Wechsel nach Gütersloh zu erleichtern, werde ein Leistungspaket, das mit den Betriebsräten zu vereinbaren ist, die persönlichen Folgen des Umziehens oder Fernpendelns abfedern. Entsprechendes gelte für den Fall, dass sich Beschäftigte aus persönlichen Gründen dafür entscheiden, nicht mit nach Gütersloh zu gehen.

Im Innendienst der genannten Standorte (Verkaufs- und Verwaltungsbereiche) sind aktuell 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Soweit die Arbeitsplätze vor Ort entfallen, sichert das Unternehmen allen Beschäftigten, gegebenenfalls nach Weiterqualifizierung, bei gleichem Entgelt einen Arbeitsplatz in Gütersloh zu. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst ändere sich, von der formalen Anbindung direkt an die Zentrale abgesehen, nichts.

„Mit dieser Maßnahme trägt Miele einer tiefgreifenden Veränderung der Handelslandschaft in Deutschland Rechnung, die unvermindert andauert“, so Frank Jüttner, Leiter der Vertriebsgesellschaft Deutschland, in einer aktuellen Pressemitteilung. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die stetig steigenden Marktanteile etwa der Fachmarktketten und des Internets. Damit einhergehend, sei die Zahl der Fachhändler insgesamt rückläufig und der Druck auf die am Markt erzielbaren Preise weiter steigend. Die Effizienz und Kundenorientierung der Miele-Vertriebs- und Serviceorganisation und damit die Zufriedenheit der Handelspartner und Endkunden stünden im Vordergrund der aktuellen Planungen. Darüber hinaus rechne man mit dauerhaften jährlichen Kosteneinsparungen in mittlerer siebenstelliger Höhe, was bei den Überlegungen aber nicht die entscheidende Rolle gespielt habe.

Die Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland, bei der es sich rechtlich um einen Unternehmensbestandteil der Miele & Cie. KG handelt, ist für den Vertrieb und Service der Miele Gruppe in Deutschland verantwortlich. Mit rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde hier im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 ein Umsatz von 978 Millionen Euro erzielt, was einem Anteil von 30,4 Prozent am Gesamtumsatz entspricht. Weltweit arbeiten etwa 17.700 Menschen für Miele, davon 10.400 in Deutschland. Beides sind die höchsten Werte seit Gründung des Unternehmens.