Die Küche: Ihre wahre Größe liegt in der Planung

7. Juni 2017

Kleine Küchen

Noch immer misst die Durchschnittsküche der Deutschen rund 13 Quadratmeter. Denn wie einst die Frankfurter Küche sah man die Küche über Jahrzehnte hinweg, ob in Mehrfamilienhäusern oder im Einfamilienhaus meist nur als zweckgebundenen Funktionsraum.

In Dachgeschoss-, Stadt- oder Altbauwohnungen sind Küche, Esszimmer und Wohnzimmer oft separate Räume. Und dabei ist die Küche nicht selten der kleinste Raum von allen. Planer müssen auf zehn bis 13 Quadratmetern eine für ihre Nutzer optimale Einrichtung realisieren.

Kurz vor zehn aber oho

Bei in sich geschlossenen Küchenräumen, ist eine Einrichtung in U-Form eine der besten Möglichkeiten, um Platz maximal auszunutzen. Neutrale oder helle Möbel verleihen dem Raum mehr Größe. Farbe dezent eingesetzt, gibt dem Ganzen eine gewisse Struktur und Frische. Kleine Küchen gestalten sich zu einer gemütlichen Kochzone – grifflos elegant, modern, unkompliziert und sehr individuell. Auf tote Ecken wird verzichtet.

Kleine KüchenKleine Küchen

 

One-Room-Apartments

Es entstehen immer mehr Singlehaushalte. Wohnten in den 1970er Jahren durchschnittlich noch 2,74 Personen in einem Haushalt, waren es 20 Jahre später nur noch knapp zwei. In 40 Prozent der Haushalte wohnt sogar nur eine Person. Damit einher geht ein Trend zu zwischen 19 und 25 Quadratmetern großen One-Room- oder Micro-Apartments. Hier gilt es, die Küche in Design und Funktion harmonisch an Räumlichkeit und übriges Interieur anzupassen.

One Room

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Inselküchen, keine Frage der Größe

Erst aufgrund von neuen Lebensstilformen seit den 1980er Jahren, die durch ein verändertes Familienbild, Wohn- oder Lebensgemeinschaften unverheirateter Paare und Singlehaushalte gekennzeichnet sind, ändert sich auch das Wohn- und damit das Küchennutzungsverhalten.
Die Küche rückt wieder mehr ins Zentrum der Wohnung, was sich bis heute auch auf die konventionelle Küchenplanung auswirkt. Mit zwischen 13 und 15 Quadratmetern erhält die Küche mehr Raum und erlaubt nicht nur die Integration einer Insellösung, sondern auch die eines Essplatzes.

Inselküche

InselkücheInselkücheInselkücheInselküche

 

Offenes Wohnen

Gleichgültig über wie viele Quadratmeter eine Wohnung verfügt, offene Wohnraumlösungen werden immer häufiger. Ob fließende Übergänge zwischen Küche und Essbereich oder sogar bis hin zum Wohnbereich: Die Liebhaber der modernen Offenheit nehmen zu. Was übrigens auch für kleinere Räume gilt, und zwar nicht nur deshalb, weil Wohnraum immer teurer wird.

2012 besaßen bereits 27 Prozent der Haushalte in Deutschland, laut den Ergebnissen einer Emnid-Studie, eine offene Küche. Heute dürfte dieser Trend zu einem Anteil von rund 40 Prozent geführt haben. Adäquate Marktdaten gibt es dafür nicht. Allerdings geben diverse Fertighausbau-Unternehmen an, dass bereits jedes zweite Haus über eine zum Wohnraum hin offene Küchenlösung verfügt. Durch die fehlenden Trennwände oder durch den Einsatz von Glas wirken Räume luftiger, größer und ermöglichen ganz neue Einrichtungsansätze. Durch die ungeheure Dekor-Vielfalt der deutschen Küchenmöbelindustrie, smarte Hausgeräte sowie kreative Küchenplaner lassen sich fließende Übergänge zwischen den einzelnen Wohnbereichen und deren Möblierung und Ausstattung problemlos gestalten.

Offenes Wohnen

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